Gebäudethermografie ist an einige Randbedingungen gebunden. Heutzutage ist die Arbeit relativ konstengünstig zu bekommen. Es sollen aber auch nicht nur einfach „bunte Bilder“ von einem Haus entstehen, sondern auch eine qualitativ gute und aussagekräftige Leistung erbracht werden. So spielen bei der Außenthermografie folgende Dinge eine große Rolle:

Gebäudevorbereitung:

  • das Gebäude muß mindestens 24 Stunden vorher gleichmäßig aufgeheizt sein, 21° bis 23°C sollten erreicht sein
  • die Innentüren für eine gleichmäßige Temperaturverteilung möglichst offen lassen
  • Rolläden offen lassen
  • Fenster in den frühen Morgenstunden vor der Bearbeitung geschlossen halten
  • Thermografieaufnahmen werden in der Regel in den frühen Morgenstunden angefertigt (4°° bis 7°° Uhr)

Witterung:

  • kein starker Schnee- oder Regenfall
  • kein Wind, allenfalls eine leichte Briese
  • kein dichter Nebel
  • trockene Fassade
  • keine Sonnenstrahlen auf der Fassade
  • Luftaußentemperatur unter 8°C, so ist gewährleistet das mindestens 12°C bis 15°C Temperaturdiffenrenz zu erwarten sind

Bei der Innenthermografie ist die Zielsetzung für die Arbeiten entscheidend, z.B.:

  • Wasserschaden
  • Rohrbrüche
  • Leitungsschaden bei Fußbodenheizung
  • Undichtigkeiten die für Lüftungswärmeverluste verantwortlich sind, werden in der Regel im Zusammenhang mit der Blower-Door-Messeinrichtung untersucht. Die Temperaturdifferenz kann dann wesentlich geringer sein..

Zur Auswertung und Dokumentation gehören je nach Anlass:

  • Angaben zum Gebäude
  • Dokumentation der Temperatur- und Witterungsverhältnisse
  • Beschreibung gezeigter Besonderheiten in den Thermografien

Außenthermografie

IR_0033

Aufnahme vor einer Gebäudesanierung. An der Giebelseite oben rechts ein nicht beheiztes Zimmer. Besonders die Geschossdecken und die Fensterstürze sind auffällig. Am Giebel auch deutlich die Mauerfugen und Stellen, die einfach nur mit Mörtel aufgefüllt sind oder ein anderer Stein, der die Wärme besser durchläßt.

IR_0037

Aufnahme nach der Gebäudesanierung. Von den vorherigen Wärmebrücken ist nichts mehr zu sehen. Mit einem Wärmeverbundsystem wurde ein Vollwärmeschutz erreicht.